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Lese und entdecke „Die kleine Raupe Nimmersatt“ – Tablets im Kindergarten

|   Aktuelles

„Die kleine Raupe Nimmersatt“ kennen viele als klassisches Bilderbuch für Kindergartenkinder. Mittler­weile steht sie auch in den großen App-Stores als kind­gerechte App für Kinder ab dem Alter von drei Jahren zu Verfügung. Die App enthält das klassische Kinder­buch zum Vorlesen oder sich vom „Tablet vorlesen“ lassen. Daneben gibt es attraktive, altersgerechte Er­weiterungen, die von Kindern sehr gerne in Anspruch genommen werden, wie einfache Spiele, Rätsel, Quiz und dergleichen mehr. Gleichzeitig lernen die Kinder viel über Tiere und auch Ernährung. In dem kleinen Spiel „Hilf der kleinen Raupe Nimmersatt, leckeres Obst zu essen“, bekommen die Kinder den Hinweis, „Süßigkeiten zu vermeiden“, um sich gesund zu ernähren. Beherzigt man den Hinweis, wird man am Ende gelobt. Dies ist nur ein Beispiel für Apps im Kindergartenalter.

In vielen Münchner Kindertagesstätten kommen Tablets im Kindergartenalltag mittlerweile ganz selbst­verständlich zum Einsatz. Schon Dreijährige lernen hier den Umgang mit diesen für Kinder besonders attraktiven Mediengeräten. In der Regel dürfen die Kinder ein- bis zweimal am Tag die Tablets für fünf­zehn Minuten nutzen und werden dabei von ge­schulten ErzieherInnen begleitet. Selbstverständlich findet man auf den Tablets nur ausgewählte, von Medienpädagogen geprüfte, altersgerechte und für gut befundene Apps, die keinen Zugang zum Internet erfordern und weitgehend werbefrei sind. Die Kinder spielen hierbei selten allein, sondern meist zu zweit oder zu dritt, und helfen sich dabei gegen­seitig, die gestellten Aufgaben zu lösen. Da geht es oft sehr lebhaft zu, es wird kommuniziert, diskutiert und ausprobiert. Ähnlich wie bei Computerspielen reizt die Kinder nicht das alleine „spielen“, sondern das Spielen in Gemeinschaft. Eines der wesentlichen Ziele – neben der Förderung von Medienkompetenz – ist die Förderung der Problemlösungsfähigkeit sowie der Sozialkompetenz.

Das Tippen und Wischen ist relativ leicht und schnell erlernbar, aber die Kinder müssen Strategien zur Be­wältigung der gestellten Aufgabe entwickeln. Um zum Beispiel der kleinen Raupe bei der gesunden Ernäh­rung zu helfen, müssen die Kinder die Raupe immer zum Obst bringen (durch Antippen des Obstes) und dürfen nicht versehentlich – im Eifer des Spiels – den Lutscher, das Eis oder den Kuchen antippen. Auch beim Puzzeln müssen die Kinder herausfinden, wie sich die einzelnen Puzzleteile an die richtige Stelle verschieben lassen. Bei Rätsel und Quizfragen können sich die Kinder gegenseitig unterstützen, um die richtige Antwort zu finden.

Eingesetzt werden auch Apps, die die Kreativität der Kinder fördern, wie beispielsweise Mal-Apps oder Apps, in welchen die Kinder selbst ein Fotoalbum herstellen können oder eigene Geschichten erzählen und ge­stalten können. Der Newsletter „Medienkompetenz in der Kita“ der Landeszentrale für Medien Nordrhein-Westfalen bietet hier übrigens regelmäßig Anregun­gen und Umsetzungsmöglichkeiten von Tablet-Nutzungsmöglichkeiten für ErzieherInnen an.

Medienbildung und -erziehung gehören zum Erzie­hungsauftrag von Kindertagesstätten. Dafür haben in München das Schul- und Kultusreferat der Stadt und die medienpädagogische Facheinrichtung Studio im Netz e.V. schon 1997 das Projekt „Multimedia-Land­schaften für Kinder“ ins Leben gerufen. Hier erlernen die Kinder den spielerischen Umgang mit virtuellen Welten. Ziel des Projektes ist die altersgerechte Ent­wicklung und Förderung der kindlichen Medienkom­petenz. Die teilnehmenden Einrichtungen erhalten Leih-Tablets für sechs bis zwölf Wochen. Immer mehr Einrichtungen schaffen sich im Anschluss selbst Tablets an; insgesamt wird das Projekt sehr positiv aufge­nommen, selbstverständlich bei den Kindern mit Be­geisterung, aber auch bei den ErzieherInnen und Eltern.

Informationen zu guten Kinderapps finden Sie in der Datenbank des Deutschen Jugendinstituts

https://www.dji.de/ueber-uns/projekte/projekte/apps-fuer-kinder-angebote-und-trendanalysen/datenbank-apps-fuer-kinder.html

und auf der Website

www.gutes-aufwachsen-mit-medien.de

Sabine Jörk, EAM-Vorsitzende

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Kind mit Tablet
Quelle: pixabay