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Sorge und Mitverantwortung in der Kommune

|   Aktuelles

Im November 2016 wurde von der Bundesregierung der „Siebte Bericht zur Lage der älteren Generation in der Bundesrepublik Deutschland „Sorge und Mitver­antwortung in der Kommune – Aufbau und Siche­rung zukunftsfähiger Gemeinschaften“ verabschiedet und zusammen mit der „Stellungnahme der Bundes­regierung“ veröffentlicht.

Der Deutsche Evangelische Frauenbund e.V. (DEF) ließ sich bereits am 27. März 2014 bei einem Studientag in Hannover über den entstehenden Altenbericht in­formieren. Auf zwei thematische Schwerpunkte be­schränkte sich die intensive Diskussion. Da der DEF-Bundesbeauftragten für den Demografischen Wandel, Irmtraut Pütter, aufgefallen war, dass in der weisungs­unabhängigen Altenberichtskommission keine Theo­login, kein Theologe vertreten war, referierte Dr. Frank Berner, Geschäftsführer der Altenberichtskommission über: „Welche Relevanz kann der Altenbericht für die Gemeindearbeit haben?“ Als zweiter Schwerpunkt wurde das zivilgesellschaftliche Engagement „Alter – Engagement – Diversität“ von Professorin Dr. Susanne Kümpers, Mitglied der Altenberichtskommission, thematisiert. Bei der DEF-Veranstaltung im März 2014 wurde vereinbart, dass nach der Veröffentlichung des Altenberichtes das Thema erneut auf die Tagesord­nung gesetzt wird.

Es ist interessant, was die Bundesregierung in ihrer einleitenden Stellungnahme sagt: „Zum ersten Mal wird die Thematik der kommunalen Daseinsvorsorge aus der Perspektive der älteren Menschen umfassend beleuchtet.“ Ausdrücklich betont die Bundesregie­rung, dass „starke handlungsfähige Kommunen von zentraler Bedeutung sind, um im demografischen Wandel die Politik für ältere und mit älteren Men­schen vor Ort wirkungsvoll weiterzuentwickeln.“ Die Arbeit vor Ort ist für den Erfolg entscheidend.

Darin liegt die Chance der Ortsverbände und der Lan­desverbände des DEF. Sie wissen durch ihre Arbeit vor Ort, wie unterschiedlich die Situation in den Dör­fern und Städten ist, und können das bei ihrem Engagement berücksichtigen. Sie wissen, dass ziel­führende Arbeit nur möglich ist, wenn alle wichtigen Lebensbereiche, die Lebensqualität und das Mitein­ander aller Generationen vor Ort in den Blick genom­men werden. Das Spektrum ist breit: Wohnen, Wohn­umfeld, medizinische, pflegerische Versorgung, Ent­lastungsangebote im Haushalt, Mobilität, Bildungs­angebote, Medienkompetenz. Wichtig ist der Infor­mationsaustausch, damit sachgerecht entschieden wird, wo man sich engagiert. Wichtig ist der Zusam­menhalt im Verband und die Kommunikation mit der Kirchengemeinde, aber auch die Vernetzung mit anderen Aktivitäten.

Dr. Berner zählte 2014 folgende Punkte auf die Frage auf, welche Themen des Siebten Altenberichtes für die Gemeindearbeit interessant sein könnten:

  • Beitrag der Kirchengemeinden zur Sicherung der Teilhabe älterer Menschen
  • Ältere nicht nur als Unterstützungsbedürftige, sondern mehr noch als Unterstützende ansehen.
  • Ältere systematisch für freiwilliges Engagement motivieren und einbinden.

Als Beispiele seien hier die Fragen der Finanzierung erwähnt und die Fragen zu Gebieten, auf denen rechtliche Regelungen erfolgen sollten. Zwei Themen stehen ganz oben: Prüfung, ob die Altenhilfe zu einer Pflichtaufgabe der Kommune werden sollte und ob es ein kommunales Basisbudget für gemeinwesen­orientierte Seniorenarbeit geben sollte. Diese sehr schwierigen Entscheidungen sollten angemessen diffe­renziert diskutiert werden. Sie könnten auch Themen bei Gesprächen mit Abgeordneten sein. Landtags­wahlen und die Bundestagswahl stehen ja in diesem Jahr an.

Die damalige Bundesvorsitzende und jetzige Landes­vorsitzende Inge Gehlert sagte bei der oben erwähn­ten Veranstaltung im März 2014 in ihrem Vorwort: „Als Deutscher Evangelischer Frauenbund sehen wir hier eine Aufgabe, an der Schnittstelle von Kirchen­gemeinde und staatlicher Kommune, uns in die Diskussion auch vor Ort einzubringen. Frauen sind in den Kirchengemeinden ganz wichtige Akteure, sie bringen sich in der Nachbarschaftshilfe ein und kennen die Probleme von jungen Familien und älteren Mit­bürgern.“

Daher wird sich nun nach der Veröffentlichung des Siebten Altenberichts die diesjährige bayerische Lan­desverbandstagung mit diesem Thema beschäftigen.

Irmtraut Pütter, DEF-Bundesbeauftragte für den Demografischen Wandel

 

 

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Gruppenfoto "Übergabe des 7. Altenberichts"
Übergabe des 7. Altenberichts, Quelle: BMFSFJ