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„Unerhört“ – Geschichten um sich besser zu verstehen

|   Aktuelles

Kampagne der Diakonie Deutschland

Viele Menschen haben heute das Gefühl, nicht gehört zu werden. Mit ihrer Kampagne „Unerhört“ wirbt  die Diakonie Deutschland für eine offene Gesellschaft, denn jede Lebensgeschichte ist es wert, erzählt zu werden, so wie es zum Beispiel in Fürth geschehen ist.

Dort gibt es Jugendwerkstät­ten, die hilfsbedürftige Jugendliche an einen Hand­werksberuf heranführen sollen. Hier räumten die Schreiner die Werkstatt leer und bauten das Podium für ein Gespräch mit dem Präsidenten der Diakonie Ulrich Lilie und der Evangelischen Jugend­sozialarbeit auf. Wie geht es Jugendlichen, wie alleinerziehenden Müttern, Geflüchteten oder jungen Leuten mit psychischen Problemen in ihrer Ausbil­dung? Wie geht es ihren Ausbildern, die wegen des Projektcharakters selbst nur Zeitverträge bekommen und doch Sicherheit vermitteln sollen?

Oder eine Logopädin aus Stuttgart fühlt sich ohn­mächtig gegenüber schlechten Geschäftspraktiken wie bei bestimmten Modehäusern. Wir nehmen in Kauf, dass diese billigen Produkte in Kinderarbeit oder von Menschen zu sehr schlechten Arbeitsbe­dingungen hergestellt werden. Nur damit wir noch billiger Kleidung kaufen können. Die Menschen in den Herstellungsländern werden krank davon, und wir haben mehr Kleidung, die wir wegwerfen können. Sie stellt eine „Nach-mir-die-Sintflut!“-Mentalität auch schon bei jungen Menschen und Kindern bei uns fest und fühlt, dass sich etwas in unserem Leben ins Negative verändert. Sie will dagegen ankämpfen, fühlt sich aber hilflos.

Oder ein 14-jähriges Mädchen, das einfach nur er­zählt, dass sie mit ihrer Familie nach Deutschland kam, weil der Vater in Tschetschenien „Probleme“ hatte. Wie es ihr erging in der Grundschule, dass der Vater wohl, die Mutter aber nicht arbeiten kann, da noch kleine Geschwister zu betreuen sind. Sie wünscht sich einmal ein Haus in der Nähe anderer Teile der Familie und vielleicht ein Zimmer für sich allein.

Wer will, kann auch selbst seine Geschichte auf­nehmen und mit einem Foto auf die Aktionsseite stellen. Die Kampagne „Unerhört!“ läuft noch bis 2020. Weitere Infos unter www.diakonie.de/unerhoert/

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Plakat "Unerhört"
Foto: Diakonie Kathrin Harms