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Hauswirtschaft – Nachhaltigkeit - Inklusion

|   Aktuelles

Kita als Ort der Familienbildung

Seit 15 Jahren gibt es den Aktionstag Nachhaltiges (Ab-)Waschen, organisiert vom FORUM WASCHEN. Alle wichtigen Anspruchsgruppen in Deutschland, die mit dem Thema Waschen, Abwaschen und Reini­gen zu tun haben, finden sich auf dieser Plattform zum Dialog wieder. Dazu zählen Akteure von Behör­den, Gewerkschaften, Hochschulen, Industrie, Kirchen, Ministerien, Nichtregierungsorganisationen, Schulen, Umweltorganisationen und Verbraucherverbände.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.forum-waschen.de

Mitglieder des Deutschen Evangelischen Frauenbundes sind mit dem Fachbereich Hauswirtschaft (AEH) von Anfang an in diesem Forum engagiert. Hierbei ist es unser Ziel, für Fragen der Nachhaltigkeit zu sensibilisieren und das Verhalten von Verbrauchern und Industrie in Richtung nachhaltiges Konsumieren und Produzieren beim Waschen, zu verändern.

Private Haushalte, besonders Familien mit Kindern, sind für uns eine der wichtigsten Zielgruppen. Durch die Zusammenarbeit mit der regionalen Jugendhilfe bot sich uns - im Rahmen von Fördermitteln der Bundesinitiative „Netzwerke Frühe Hilfen und Einsatz von Familienhebammen“ sowie mit Landesfördermitteln - der Zugang zu den Kindertagesstätten. Unsere Bildungsangebote im Bereich Hauswirtschaft werden neben anderen Angeboten unterschiedlichster Kooperationspartner den Kindertagesstätten offeriert. Neben den Themen Waschen, Ernährung und Kochen, Feste feiern, Haushaltsplanung usw. beinhalten unsere Veranstaltungen auch viele Möglichkeiten zum Ausbau sozialer Kontakte. Die niedrigschwellige, weil alltägliche Thematik bietet für jede Besucherin gute Chancen zur Teilhabe. Alle beteiligten Fachkräfte können durch neue Anregungen für eine weitere Zusammenarbeit profitieren. Die Lebensqualität der Familien, besonders die der Frauen, wird in dem Miteinander gestärkt.

In der „Walter-Zuber-Kita“ in Alzey, konnte unser hauswirtschaftlicher Aktionstag im April stattfinden. Nach gemeinsamem Vorgespräch entschied sich die Kita für das Thema „Waschen“. Materialien, Flyer und Plakate zur Vorarbeit und Gestaltung einer Einladung wurden vom Forum Waschen zur Verfügung gestellt. Neben Frau Grass und Frau Herbel von der AEH fanden sich noch etwa 12 weitere Frauen und einige Kinder ein.

 

Da eine umfassende Information zu allen Facetten des Waschens an diesem Nachmittag zu umfangreich geworden wäre, konzentrierten wir uns in erster Linie auf die folgenden Themen:

­  Einsparungen von Energie und Waschmitteln (Niedertemperatur und richtiges Dosieren)

­  Einschätzung des Gewichtes der Waschladungen

­  Bedeutung von Vollwaschmittel für Wäsche und Waschmaschine (Hygiene)

­  Welches Mittel für welche Flecken?

­  Bedeutung der Vorbehandlung von Flecken

Bei Kaffee, Tee und angebotenem Gebäck entstand gleich zu Beginn der Veranstaltung eine einladende Atmosphäre. Immer wieder wurde in dieser Runde betont, dass solche Treffen mit Bildungsinhalten von Migrantinnen sehr gerne besucht werden. Es wurde uns mit Bedauern erklärt, dass weitere Frauen gerne noch dazu kommen wollten, doch vorrangige Gründe wie ein Vorstellungsgespräch und andere nicht zu verschiebende Termine eine Teilnahme nicht möglich machten. Das nächste Mal sind sie dabei.

Es entwickelte sich eine sehr lebendige Veranstaltung. Dass niedrige Waschtemperaturen und richtiges Dosieren der Waschmittel dem Geldbeutel und der Umwelt dienen, wurde schnell herausgefunden. Die Information, dass aus hygienischen Gründen - für die Waschmaschine und in einigen Fällen auch für die Wäsche - die regelmäßige Verwendung eines Vollwaschmittels notwendig ist, stieß auf reges Interesse und wurde entsprechend vertieft. Auch die Fleckentfernung war ein großes Thema. Für typische Flecken an der Kinderkleidung wie Klebstoffe, Farbflecken, Gras- und Erdflecken fragten die Eltern nach Lösungen. Etliche Möglichkeiten der Fleckentfernung - von bewährten Hausmitteln bis zu dem Spezialfleckentferner - wurden besprochen. Auch Erfahrungen einzelner Teilnehmerinnen flossen bei den Problemlösungen mit ein und sorgten auch mit spontanen Fragen für eine Bereicherung der Gesprächsrunde. 

Wichtig war uns an diesem Tag noch das richtige Beladen einer Waschmaschine. Einige Teilnehmerinnen schätzten mit vorhandenen Wäscheteilen die Waschmenge für ihre heimische Waschmaschine. Sehr überrascht waren alle, als sie erkennen mussten, dass die Schätzungen sehr weit unter dem möglichen Ladevolumen lagen. Da muss jetzt erst mal zuhause öfter nachgewogen werden, um das richtige Mengengefühl zu entwickeln. „Wie waschen Sie denn Ihr T-Shirt?“, kam spontan die Frage mit Blick auf das offensichtlich empfindliche Kleidungsstück der Kollegin. Die Antwort kam prompt. Doch das Thema, welches Kleidungsstück bzw. welche Faser wasche ich wie, konnte aus Zeitgründen nicht weiter vertieft werden. Dazu braucht es etwas mehr Zeit, die wir gerne bei einem weiteren ergänzenden Termin einbringen.

Sehr erfreut waren die Frauen über die Präsente aus dem Warensortiment von Waschprodukten sowie der Möglichkeit, an einem Gewinnspiel teilzunehmen. Dabei wurden Inhalte zum nachhaltigen Verhalten beim Waschen hinterfragt und somit die Themeninhalte des Nachmittages nochmals aufgegriffen.

Unser Resümee nach Abschluss der Veranstaltung: Die anwesenden Frauen stellten fest, dass alle einen gewinnbringenden Nachmittag erlebt hatten, bei dem neue, bisher unbekannte Informationen mitgenommen wurden.

Wir sollten diese Veranstaltung weiterführen bzw. vertiefen, denn wichtige Botschaften blieben noch auf der Strecke. Vielleicht kann es auch ein Treffen im Mehrgenerationenhaus geben, mit etwas mehr Platz und etwas mehr Zeit zum anschließenden Plausch, auch mit weiteren interessierten Frauen.

Als Referentinnen wollen wir noch mehr darauf achten, unsere Beiträge so zu gestalten, dass diese einfach und verständlich formuliert sind; mit persönlicher Ansprache möchten wir noch mehr Achtsamkeit üben, um die Frauen bei ihrem jeweiligen Stand abzuholen.

Dass diese Veranstaltung in der Walter-Zuber-Kita in Alzey ein Erfolg wurde, ist nicht zuletzt das Verdienst von Wassila Boujardin, unserer unterstützenden Netzwerkerin mit tunesischen Wurzeln, sowie von Frau Orschau, der zuständigen Frau für die Elternarbeit, und der Kita-Leiterin Frau Krippeit.

Hannelore Herbel, Vorsitzende AEH LV Rheinland-Pfalz
Monika Grass, Vorstands-Mitglied AEH LV Rheinland-Pfalz

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