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OV Karlsruhe: Die Arbeit des Vereins Freundschaftsbrücke Nicaragua

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Wie alles begann: 1983 besuchte unser langjähriges Mitglied Alheide Sieß ihren Sohn in Nicaragua, der dort Friedensdienst leistete. Sie war entsetzt und sehr betroffen von den vielen bettelnden Straßenkindern, die gegen den Hunger Kleber schnüffelten, der ihre Lungen zerstörte. Selbst Mutter von neun Kindern, freundete sie sich mit einer Mutter aus Managua an, die ihren sicheren Schuldienst aufgab, um eine Schule für Straßenkinder ins Leben zu rufen. Damals erbat sich Sonia Caranza für ihren eigenen Lebensunterhalt 200 DM, die in Deutschland schnell zusammen kamen.

Inzwischen ist diese mutige Initiative sehr gewachsen. Es entstanden zwei Träger-Vereine: Hier die Freundschaftsbrücke Nicaragua e.V., die von Ehrenamtlichen verantwortet wird; einige DEF-Frauen beteiligen sich aktiv. Dort der Verein „Si a la niñez y a la juventud“ (Ja zu Kindern und Jugendlichen). Der Vorstand in Managua - alles Frauen - bekommt ein Gehalt, mit dem sie ihren Familien und sich selbst ein bescheidenes Auskommen sichern.

Die Projekte: Drei Schulen, die von der Kongregation evangelischer Kirchen vor Jahren geschlossen werden sollten, geben Kindern, die sonst keine Chance hätten, eine Grundausbildung. Sie erhalten auch eine lebensnotwendige Schulspeisung. Insgesamt unterrichten dort 27 Lehrerinnen. Die Schulen werden zwar vom Staat anerkannt - die etwa 600 Kinder erzielen stets gute Lernergebnisse -, aber leider werden sie nur minimal finanziell unterstützt.

Dann gibt es das Zufluchtshaus „Puente de Amistad“ (Freundschaftsbrücke). Hier finden 40 Kinder ein behütetes Zuhause. Meist traumatisiert von schlimmen Erfahrungen auf der Straße oder in ihren Familien, werden sie ärztlich, psychologisch und seelsorgerlich mit viel Liebe betreut.16 Leute sind im Heim tätig. Zum Essen und zur Hausaufgabenbetreuung kommen täglich noch 30 Kinder aus der Umgebung des Heims dazu. Grundkenntnisse am Computer, Englisch und praktische Tätigkeiten werden eingeübt, aber auch Tanzen, Malen und Musizieren. Deutsche Praktikantinnen, die dort meist nach dem Abitur für ein paar Monate mitarbeiten, berichten von der guten Atmosphäre.

Das dritte Projekt heißt „Ternuras de Baden“ (Badische Zärtlichkeit). 50 deutsche Familien, nicht nur badische(!), unterstützen dort besonders bedürftige Familien, die oft in Wellblechhütten hausen. Vielfach sind es alleinerziehende Mütter. Sie werden monatlich mit einem Lebensmittelsack versorgt und verpflichten sich dafür, ihre Kinder regelmäßig zur Schule zu schicken. Zusätzliche Beratung soll Wege aus der Notlage ermöglichen. Dafür ist der Pastor zuständig, der auch die Heimkinder betreut.

Es ist einfach ein Wunder Gottes, so sehen es auch Alheide Sieß und die Partnerinnen dort, wie aus einem kleinen Graswurzelprojekt ein so beachtliches Werk erwachsen ist. Doch mit den Aufgaben wachsen auch die Kosten. 18.000 $ monatlich müssten zusammenkommen, um etwa Dreiviertel der dort entstehenden Kosten abzudecken. Der Rest kommt von anderen Spendern. Ab Juli letzten Jahres haben wir das nicht mehr geschafft. Von den 10.000 $, die wir jetzt versprochen haben, sind nur 4.000 $ durch Dauerspender garantiert. In Nicaragua steigen die Kosten für die Gehälter der Angestellten, die Ausgaben für Nahrungsmittel, Wasser und Energie ständig, die Flüchtlingswelle bei uns hat die Spendeneingänge stark beeinträchtigt. Dabei ist es dennoch immer wieder beachtlich, wie sich Einzelne, aber auch Kirchengemeinden und Schulen kreativ beteiligen, durch Kuchenverkauf, Basare, Laufen und Arbeiten für Nicaragua oder durch Spenden bei Geburtstagsfeiern. Informationen finden Sie auch unter www.freundschaftsbruecke-nicaragua.de

Wir freuen uns über jede Beteiligung, die zu 100 % bei unseren Projekten ankommt:

IBAN DE94 6605 0101 0001 2416 29 / BIC KARSDE 66

Christel Wolfinger, DEF Karlsruhe

Waltraud Klein-Hanagarth, 2.Vorsitzende der Freundschaftsbrücke Nicaragua e.V.

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