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Verbände kritisieren BGH-Entscheidung „Als hätten Intersexuelle kein Geschlecht“

|   Aktuelles

Die Bundesverbände Intersexuelle Menschen e.V. und Evangelische Frauen in Deutschland e.V. (EFiD) kritisieren das gestern bekannt gewordene Urteil des Bundesgerichtshofes zur Ablehnung eines dritten Geschlechts für intersexuelle Menschen.

„Niemand bestreitet, dass es intersexuelle Menschen gibt, nur offiziell werden darf es nicht“, sagt Lucie Veith, Vorstand des Bundesverbandes Intersexuelle Menschen e.V. Dass das Personenstandsregister seit 2013 erlaube, die zugewiesene Geschlechtsidentität ‚weiblich‘ oder ‚männlich‘ streichen zu lassen, reiche nicht aus. „Da bleibt dann eine Leerstelle – als hätten intersexuelle Menschen kein Geschlecht!“ Jeder Mensch habe jedoch das verfassungsgemäße Recht auf die Anerkennung der eigenen Geschlechtsidentität. „Dieses Recht wird Intersexuellen verweigert und ihre Würde mit Füßen getreten“, so Veith.
„Das aktuelle BGH-Urteil ist eine Form der Diskriminierung“, sagt EFiD-Vorsitzende Susanne
Kahl-Passoth. Es sei Aufgabe der Kirche, dazu beizutragen, Vorurteile abzubauen und
Diskriminierung zu bekämpfen. „Jedem Menschen ist seine Geschlechtlichkeit als gute Gabe
geschenkt worden. Intersexuelle sind doch keine Schöpfungspanne Gottes“, so die
Theologin.
Im September soll eine Verfassungsbeschwerde gegen das BGH-Urteil eingereicht werden –
der Bundesverband Intersexuelle Menschen e.V. und die Evangelischen Frauen in Deutschland begrüßen diesen Schritt.


Hintergrund
Lucie Veith ist Vorsitzende des Bundesverbandes Intersexuelle Menschen e.V..
Der Verein Intersexuelle Menschen e.V. vertritt die gemeinsamen Ziele und Forderungen von Intersexuellen aller Altersgruppen und ihrer Angehörigen im deutschsprachigen Raum.
Susanne Kahl-Passoth ist Vorsitzende der Evangelischen Frauen in Deutschland e.V. (EFiD). Die 67-jährige Theologin i.R. war elf Jahre Direktorin des Diakonischen Werkes Berlin-Brandenburgschlesische Oberlausitz (2002-2013), seit 2014 ist sie
stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Frauenrates.
Der Verband Evangelische Frauen in Deutschland e.V. (EFiD) mit Sitz in Hannover ist als Dachverband die Stimme evangelischer Frauen in Kirche und Gesellschaft. Die EFiD fördert und unterstützt die Arbeit von und mit Frauen in kirchlichen Bezügen und ermutigt Frauen, in der heutigen Welt als Christinnen zu leben. Mit frauenspezifischer Kompetenz und Sicht setzt der Verband theologische, spirituelle, sozialdiakonische und politische Impulse. Zur EFiD gehören 39 Mitgliedsorganisationen mit insgesamt rund 3 Millionen Mitgliedern.
Intersexuelle Menschen e.V. Evangelische Frauen in Deutschland e.V.
Kastanienstraße 3 Berliner Allee 9-11
26419 Schortens OT Grafschaft 30175 Hannover
Tel.: 0511 – 89 768 100
vorstand@intersexuelle-menschen.net aktuell@evangelischefrauen-deutschland.de
www.im-ev.de www.evangelischefrauen-deutschland.de

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