Skip to main content

SPRUCH des Monats April

|   Besinnung

Ich schäme mich des Evangeliums nicht: Es ist eine Kraft Gottes die jeden rettet, der glaubt.

Römer 1,16

Über alle möglichen Themen wird heutzutage in aller Öffentlichkeit über ganz Persönliches geredet. In vielen – auch mittäglichen – Talkshows geht es um familiäre Streitigkeiten, Beziehungsprobleme, Liebschaften, irgendwelche seltenen Vorlieben usw. Kein Thema ist zu intim, als dass es sich nicht für die Öffentlichkeit in Fernsehen oder Zeitschriften eignet. Es scheint, als gäbe es kein Thema in unserer Zeit, das man nicht selbst mit wildfremden Menschen teilen könnte.

Und doch gibt es ein Thema, das heute bei uns ein Tabuthema geworden ist. Das Reden über den eigenen Glauben nämlich. Es ist reine Privatsache, und Worte zu finden für das, was mich im Glauben trägt und was mich Christin oder Christ sein lässt, das fällt schwer. Öffentlich den eigenen Glauben zu bezeugen, das lässt uns zurückschrecken.

Woran liegt es? Ist es ein Zeichen für Glaubensschwäche? Oder mangelnde Übung? Wieso fehlen uns Worte, über unseren Glauben auch in der Öffentlichkeit zu sprechen?

Anscheinend geht es uns anders als dem Apostel Paulus. „Ich schäme mich des Evangeliums nicht!“, so bekennt er offen. „Ich schäme mich nicht, Christ zu sein!“ Was früher selbstverständlich war, wird heute kaum noch laut gesagt. Christen scheinen sich heute immer mehr, vielleicht ihrer geringen Zahl oder ihrer Frömmigkeit wegen, zu schämen.

Ich schäme mich des Evangeliums nicht!

Paulus bekennt ganz offen seinen Glauben. Er will andere Menschen damit anstecken. Er bereitet einen Besuch in Rom vor und schreibt der christlichen Gemeinde einen Brief. Er stellt sich und seinen Glauben vor. Deshalb spricht er gleich zu Beginn ganz off en vom Wichtigsten: „Ich schäme mich des Evangeli-ums nicht!“ Und weiter stellt er klipp und klar fest, was wir uns oft nicht zu sagen trauen: „Ich schäme mich des Evangeliums nicht: Es ist eine Kraft Gottes, die je-den rettet, der glaubt.“ Diese Offenheit war es, die den Glauben an Jesus Christus nicht hat verstummen lassen. Vielmehr hat das öffentliche Reden dem Glauben eine weltumspannende Kraft gegeben. Paulus hat sich nicht geschämt, das, was ihn trägt, zu erzählen. Und er lädt andere ein, diesen Glauben auch zu wagen. Weil im Glauben eine große Kraft liegt.

Dieses Evangelium, für das auch ich mich nicht zu schämen brauche, ist die Frohe Botschaft, dass ich nicht mein eigener Gott sein muss. Dass mein Leben nicht in jeder Hinsicht gelingen muss, bevor ich glücklich sein kann. Wir sind von Gott gehalten. Er ist es, der mich liebevoll begleitet, der mich trägt und hält, auch auf gefährlichem Gelände, auch über dem Abgrund.

Dessen müssen wir uns wahrlich nicht schämen, sondern dürfen freudig und auch begeistert unsere Glaubensgeschichte erzählen.

Martha Schmidt, Ortsverband Rothenburg

Zurück