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SPRUCH des MONATS Februar/März

|   Besinnung

Herr, wie oft muss ich denn meinem Bruder, der an mir sündigt, vergeben? Genügt es siebenmal? Jesus sprach zu ihm: Ich sage dir: nicht siebenmal, sondern siebzigmal siebenmal.

 

Matthäus 18, 21-22

Das Vaterunser enthält die Bitte „... vergibt uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“

Demnach ist Vergebung erfahren und Vergebung unseren Mitmenschen zusprechen miteinander verknüpft. In der Bibel finden wir viele Textstellen, die sich mit dem Problem auseinandersetzen. Aussagen dazu ziehen sich wie ein roter Faden durch das Neue Testament.

Schon in der Entstehungszeit des NT besteht Unsicherheit bei der Bewältigung von Konflikten im zwischenmenschlichen Bereich. Darauf deutet die Anfrage des Petrus (Matthäus 18, 21-22), an Jesus hin: „ Herr, wie oft muss ich denn meinem Bruder, der an mir sündigt, vergeben? Genügt es siebenmal? Jesus sprach zu ihm: Ich sage dir: nicht siebenmal, sondern siebzigmal siebenmal.“

Die Antwort Jesu stellt eine hohe ethische Verpflichtung dar, die nur schwerlich umzusetzen ist, wobei die Gefahr besteht, dass Vergebung zum Automatismus erstarrt. Festzuhalten ist jedoch, dass solange wir leben, die Bereitschaft dem Mitmenschen zu vergeben, niemals aufgegeben werden darf.

Doch, was geschieht, wenn ein Täter keine Vergebung will, weil er sich nicht schuldig fühlt und zu keiner Reue fähig ist? Oder aber, wie es heute bei Attentaten oft geschieht, der Täter getötet wird und ein Versöhnungsgeschehen für die Opfer oder / und die Hinterbliebenen nicht stattfinden kann?

Für Opfer und Angehörige bedeutet es eine hohe seelische Belastung. Oft fühlen sie sich angekettet an den Täter und haben keine Kraft ihr vorheriges Leben wieder aufzunehmen.

Der Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu schreibt in seinem „Buch des Vergebens“, das er zusammen mit seiner Tochter Mpho veröffentlicht hat,

„ der einzige Weg zu wirklicher Heilung und innerem Frieden besteht darin, zu vergeben. Solange wir nicht vergeben, sind wir nicht frei. Dies kann nur aus der Erkenntnis kommen, so Tutu, „ dass wir alle unvollkommen und alle menschlich sind.“

Vergebung – Jesus hat sie uns vorgelebt. Wir hoffen darauf, dass dadurch eines Tages Frieden auf Erden möglich wird.

Helga Schallner

Mitglied des DEF-Bundesvorstandes

 

 

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