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SPRUCH des Monats Oktober

|   Besinnung

Gott, all mein Sehnen liegt offen vor dir, mein Seufzen war dir nicht verborgen.“

Psalm 38,10

 

Sehnsucht - wonach sehnen Sie sich? Nach Frieden, nach einem guten Leben, einmal so richtig frei zu sein von allen Pflichten, Aufgaben und Sorgen….
Sehnsucht nach Liebe und Sinn, nach Gerechtigkeit und Freiheit sind ureigene Wünsche, die jede und jeder nachvollziehen kann. Die einen sehnen sich nach einer tragenden Beziehung, andere nach Anerkennung und Würde. Wir sehnen uns nach etwas Gutem, weil das Leben mehr sein soll als Mühe und Arbeit.
Auch mir ergeht es so: wenn ich die Welt nicht mehr verstehe, wenn der Boden unter meinen Füßen ins Wanken gerät, dann suche ich Halt und Orientierung.

Im Monatsspruch drückt die Beterin oder der Beter ihre oder seine tiefe Sehnsucht aus: „Gott, all mein Sehnen liegt offen vor dir, mein Seufzen war dir nicht verborgen.“ Welche Last spricht aus diesen Worten- und zugleich welch großes Vertrauen. Da ist ein Mensch, der mit seinen Fragen und Problemen nicht allein ist. Es gibt ein Du, das zuhört. Dieses offene Ohr ist Gott.

Wie zu den Zeiten, in denen die alten Psalmen gebetet wurden, kann ich mich auch heute an Gott wenden. Er hat für alle ein offenes Ohr, die sich ihm anvertrauen. „Gott sieh in mein Herz, wenn ich es schwer habe in meinem Leben. Zeige mir einen Weg auf, wenn ich mich vor Sehnsucht verzehre. Ich möchte deine Nähe spüren.“

Ein Zeichen dieser Nähe sind die alten Worte der Bibel. Sie stärken mich, wenn ich das lese. Da hat vor sehr langer Zeit ein Mensch die Erfahrung gemacht, dass Gott ihn nicht allein gelassen hat. Sein Innerstes hat er oder sie Gott offenbart. Und Gott hat alles angehört. Die Beziehung zu Gott ist voller Liebe. Gott versteht meine Schwächen, meine Sehnsucht. Er wendet sich nicht ab, wenn ich ihn um etwas bitte. Alles kann ich ihm anvertrauen-jederzeit.

In einem modernen Kirchenlied ist das so ausgedrückt:

Da wohnt ein Sehnen tief in uns, o Gott,
nach dir, dich zu sehn, dir nah zu sein.
Es ist ein Sehnen, ist ein Durst nach Glück,
nach Liebe, wie nur du sie gibst.
Dass du, Gott, das Sehnen, den Durst stillst, bitten wir.
Wir hoffen auf dich, sei da, sei uns nahe, Gott.

Hella Mahler, Hannover

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herbstlicher Bergwald