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Des Erinnerns wert...

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Kennen Sie den Schrank-Flügelaltar, der für den Fest­saal anlässlich der 1954 erfolgten Einweihung des neuen DEF-“Haus Eilenriede“ in Hannover von dem Künstler Friedrich Heinrichsen auf Wunsch des Vor­standes mit zwei Bibelversen beschriftet worden ist?

Auf den beiden Flügeln stehen einerseits der Wahl­spruch des Deutsch-Evangelischen Frauenbundes: „Christus spricht: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich“  und andererseits aus dem 2.Tim. 1,7: „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Zucht.“ (sic)

Wir kennen heute aus der Lutherübersetzung statt Zucht das Wort Besonnenheit. Sprache spiegelt immer auch den sogenannten Zeitgeist wider. Auch das ist des Erinnerns wert! Bemerkenswert ist zudem, dass der Schriftzug das Wort “nicht“ ganz bewusst ausein­andergezogen hat, um das Augenmerk beim Lesen durch die besondere Betonung auf den griechischen Urtext zu legen.

Die Einweihung des neuen “Haus Eilenriede“ in Hanno­ver 55 Jahre nach Gründung des Verbandes am 8. Juni 1899 war nicht nur für die Mitgliedsfrauen, son­dern auch für die sehr zahlreich erschienenen Reprä­sentanten des öffentlichen Lebens ein großes Ereignis, denn das Haus war nicht nur für die Bundesgeschäfts­stelle bestimmt, sondern als Wohnhaus für 36 berufs­tätige Frauen und 40 in Ausbildung befindlichen Schülerinnen.

Die Gästeliste beim “Festakt“ liest sich wie ein Auszug aus dem zeitgenössischen “Who is who?“. Selbst “Ihre Königliche Hoheit, die Herzogin-Mutter von Braun­schweig-Lüneburg“ war anwesend sowie hochrangige Vertreterinnen und Vertreter der Inneren Mission, der Evangelischen Frauenarbeit, des Niedersächsischen Kultusministeriums, der Arbeitsgemeinschaft der Katholischen Frauenverbände und der Kommunal- und Landespolitik.

“Der Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutsch­land, Herr Präsident D. Brunotte, stellte in humorvol­ler Weise fest, daß seine Behörde ‚als jüngerer Bruder des Deutsch-Evangelischen Frauenbundes‘ ihn als Abgesandten geschickt hätte, der ‚älteren Schwester‘ die besten Wünsche und Grüße zu übermitteln. Er wies darauf hin, dass Frauen fehlen, die auch im kirch­lichen Leben, wie etwa in der Synode, führend und leitend mitarbeiten; er sprach die Hoffnung aus, dass aus den vom Deutsch-Evangelischen Frauenbund durchgeführten Lehrgängen viele solcher Frauen her­vorgehen möchten.“ (Elisabeth Egebrecht in Mittei­lungen, Nr.4, S.5). Dem ist Nichts hinzuzufügen und “des Erinnerns wert...“

Wenn Sie mehr erfahren möchten, kommen Sie zum Jubiläumswochenende 18. bis 20.Oktober 2019 nach Hannover, denn SIE sind alle unsere Ehrengäste!

Ihre

Dietlinde Kunad, Bundesvorsitzende

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