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Dosieren Sie schon oder schütten Sie noch?

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Seien Sie ehrlich, lesen Sie die Hinweise auf den Waschmittelpackungen und dosieren Sie Ihr Wasch­mittel richtig?

Zum richtigen Waschen sind unterschiedliche Wasch­mittelmengen erforderlich und sollten immer nach den Anweisungen auf der Verpackung dosiert ange­wendet werden. Entscheidend sind die Wasserhärte und der Verschmutzungsgrad der Wäsche sowie die Wäschemenge in der Maschine. Je nach Füllmenge der Waschmaschine müssen die Angaben umgerech­net werden. Für die unterschiedlichen Wäschestücke sind auch verschiedene Waschmittel nötig. Heutzu­tage sollten wir Compakt-Waschmitteln den Vorzug geben. Die geringen Waschmittel-Mengen bringen die gleiche Waschwirkung und sehr gute Ergebnisse.

   Bunte Wäsche benötigt Bunt- oder Colorwasch­mittel ohne Bleiche, um die Farben zu erhalten.

   Weiße Wäsche bleibt mit Vollwaschmittel weiß; es enthält Bleichmittel und optische Aufheller.

   Für Wolle und Seide sollten nur Wollwaschmittel oder Feinwaschmittel verwendet werden. Sie ent­halten keine Protease (ein Enzym), das diesen Naturfasern schaden könnte.

   Spezialwaschmittel für Daunen (Betten und Jacken) enthalten Kreatinschutz für die empfindlichen Federn.

Inzwischen bieten mehrere Waschmaschinenhersteller wie Miele, Bosch und Siemens automatische Dosier­systeme an. Diese Waschmaschinen haben Wasch­mitteltanks eingebaut, die mit einem flüssigen Color- und einem Vollwaschmittel mit milder Bleiche gefüllt sind. Wie viel Waschmittel verwendet wird, reguliert die moderne Waschmaschine exakt nach den Anga­ben der Wasserhärte, Verschmutzung, Wäschemenge und Farbe der Textilien. Meist arbeiten diese Maschi­nen mit Vorratsbehältern, die AutoDos, TwinDos oder i-Dos bezeichnet werden.

Viele Verbraucher dosieren Waschmittel nur nach Ge­fühl oder mit der „Schütt-Technik“. Die neuen, intelli­genten Waschgeräte wiegen die Wäsche genau und ermitteln so die benötigte Waschmittelmenge. Vor dem Programmstart erfragt die Maschine den Ver­schmutzungsgrad der Wäsche und ob Weißwäsche oder Buntwäsche eingefüllt wurde. Nach dem ersten Waschgang erkennen optische Schmutzsensoren, ob das Wasser noch Trübungen enthält und können bei Bedarf die automatische Waschmittelzufuhr nach­steuern.

Die automatische Waschmitteldosierung hat neben Vor- auch Nachteile. Positiv ist, dass Waschmittel nicht bei jedem neuen Waschgang neu eingefüllt werden müssen, die Waschmittelmenge bis zu 30 Prozent eingespart wird, keine angebrochenen Wasch­mittelpackungen im Raum stehen und bei den Her­stellern leere Kartuschen angefordert werden und mit dem eigenen Wunschwaschmittel (flüssig) befüllt werden können. Nachteilig zu sehen ist der hohe An­schaffungspreis für diese Maschinen sowie die hohen Kosten für die patentierten Herstellerwaschmittel, die fast doppelt so teuer sind wie herkömmliche Wasch­mittel. Spezialwaschprogramme für Woll- oder Out­doorwäsche können nicht mit der automatischen Dosierung angewählt werden. Die Firma Miele bietet hierfür Portionskapseln, sogenannte Caps, die aber viel Müll durch ihre Einzelverpackung verursachen und pro Cap bei ca. 0,60 bis 0,90 Euro liegen.

Lydia Klein
Leiterin der Projektgruppe „Verbraucherbildung“ der AEH Bayern

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Quelle: pixabay switch-1033640_1920