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Industrie 4.0: Die Digitalisierung schreitet fort – auch in der Hauswirtschaft?

|   Aktuelles

Sie kennen ihn alle – den Begriff „Industrie 4.0“. Welche Auswirkungen hat dieser Begriff für die Hauswirtschaft, ja für unser ganzes Leben? Gibt es da schon Beispiele? Haben wir etwas verschlafen, oder ist der Inhalt von „Industrie 4.0“ schon viel stärker in unseren Haushalten, ob Privat- oder Großhaushalt, angekommen als wir vermuten? Welche Auswirkungen hat „Industrie 4.0“ für Arbeits­plätze, Ausbildung und Bildung? Wo sind Risiken und Chancen? Ein Versuch der Annäherung.

Klar, zuerst schlage ich in Wikipedia zu „Industrie 4.0“ nach. Ich lese: Mit der Bezeichnung „Industrie 4.0“ soll das Ziel zum Ausdruck gebracht werden, eine vierte industrielle Revolution einzuleiten. Die erste industrielle Revolution bestand in der Mechanisie­rung mit Wasser- und Dampfkraft, darauf folgte die zweite industrielle Revolution: Massenfertigung mit Hilfe von Fließbändern und elektrischer Energie, daran anschließend die dritte industrielle Revolution oder digitale Revolution mit Einsatz von Elektronik und IT (v. a. die speicherprogrammierbare Steuerung) zur Automatisierung der Produktion.

Die Ziffer 4.0 soll einen Bezug zu den Vorgänger-Revolutionen herstellen, und es soll zum Ausdruck kommen, dass die Veränderung eine gleiche Bedeu­tung hätte. Der Autor Wolfgang Halang kritisiert den selbstreklamierten Anspruch der vierten industriellen Revolution als „sicher vermessen und unseriös“.

Weiter lesen wir:

Industrie 4.0 ist ein Organisationsgestaltungskonzept, das aus vier grundlegenden Organisationsgestaltungsprinzipien besteht.

  • Vernetzung: Maschinen, Geräte, Sensoren und Menschen können sich miteinander vernetzen und können über das Internet der Dinge oder das Internet der Menschen kommunizieren.
  • Informationstransparenz: Sensordaten erweitern Informationssysteme digitaler Fabrikmodelle, um so ein virtuelles Abbild der realen Welt zu er­stellen.
  • Technische Assistenz: Assistenzsysteme unter­stützen den Menschen mit Hilfe von aggregierten, visualisierten und verständlichen Informationen. So können fundierte Entscheidungen getroffen und auftretende Probleme schneller gelöst werden. Außerdem werden Menschen bei anstrengenden, unangenehmen oder gefährlichen Arbeiten physisch unterstützt.
  • Dezentrale Entscheidungen: Cyberphysische Sys­teme sind in der Lage, eigenständige Entschei­dungen zu treffen und Aufgaben möglichst auto­nom zu erledigen. Nur in Ausnahmefällen, zum Beispiel bei Störungen oder Zielkonflikten, überträgt es die Aufgaben an eine höhere Instanz. (Quelle: www.wikipedia.de, 02.01.2017)

Beispiele dafür fand ich viele. „Intelligente“ Systeme zur Sicherheit im Haus (Heizung und Rollos, Grundreinigung durch Roboter), im Garten (Rasenmäher) oder beim Auto (Navigationssysteme, Bremssysteme) kennen wir alle. Geben Sie doch mal Smart Home in einer Internetsuchmaschine ein. Sie finden Angebote vom „mitdenkenden“ Kühlschrank (Lagerbestand, Rezeptvorschläge, Erstellung Einkaufszettel) bis zur Fußfessel zum Auffinden an Demenz erkrankter Menschen.

Die Informationen aus Wikipedia zeigen überdeutlich die Überlegungen der globalen Industrie, wie Produkte und Dienstleistungen, im Großen (Hersteller) oder auch im Kleinen (EndverbraucherInnen) in Zu­kunft aussehen sollen. Wie weit gehen wir diesen Weg mit? Können wir diese neuen „intelligenten“ Geräte kaufen, wenn viele Arbeitsplätze „freigestellt“ werden? Oder - Digitalisierung bedeutet meist permanente WLAN-Strahlung. Wie bekommt das unserer Gesund­heit? Wir VerbraucherInnen müssen sehr bewusst handeln.

Fest steht, an der Digitalisierung kommen wir nicht vorbei. Sie entscheiden durch Ihr Verbraucherverhalten, wohin die Reise geht.

Hannelore Täufer, Vorstandsmitglied AEH-Förderkreis in Bayern, Leiterin Arbeitskreis Politik

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Rasenmäher-Roboter
Foto: WolfgangDirscherl/pixelio.de