Skip to main content

SPRUCH des MONATS Dezember

|   Besinnung

"Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehren einziehe!"

Psalm 24,7

In diesem Jahr soll uns einmal kein Text Anstoß zur Besinnung im Advent geben, sondern ein Advents-Kalender. Es gibt sie heute ja in allen möglichen Variationen, gefüllt mit Süßigkeiten oder kleinem Spielzeug, das bis zum Heiligabend zusammengebastelt sein muss; die Hand-gemachten oder die, die wir als Kinder auch hatten, wo Tag für Tag ein Fenster aufgeht, bis sich dann an Heiligabend die große Tür zur Krippe öffnet.
Auch ich habe für uns einen Adventskalender gebastelt. Für Jeden Tag finden Sie hier einen Impuls zur Besinnung: einen Gedanken, ein Bild, einen Text, dem Sie mit Ihren Gedanken nachgehen können. Nehmen Sie sich jeden Tag ein bisschen Zeit dafür, eine kleine Besinnungspause im Geschäft Ihres Alltags. So können wir gemeinsam auf dem Weg sein zu dem Kind, in dem Gott uns Menschen als Mensch begegnet.

1.“Macht hoch die Tür, die Tor macht weit…“. Mit diesem Lied beginnt für mich die Adventszeit. Ich freue mich darauf, es wieder im Gottesdienst zu singen. Ich schlage es schon mal im Gesangbuch auf und vertiefe mich in den Text.

2. Ich denke an die Tür des Weihnachtszimmers, vor der wir Kinder auf die Bescherung warteten. Wie war das damals? Ich erinnere mich, tauche eine in die Erinnerungen an die Jahre meiner Kindheit …

3. Es gab viele wichtige Türen in meinem Leben. Ich denke an die Tür, die mir immer offen stand. Da war ich willkommen.

4. Es gab auch Türen, die sich nicht öffneten, die verschlossen blieben.  Besonders die eine! Was wäre, wenn sie aufgegangen wäre?
War es gut so, wie es war?

5. Wir leben Tür an Tür, sind Nachbarn, haben Weggefährtinnen. Die …. habe ich eigentlich lang nicht gesehen, könnte sie mal wieder besuchen oder einladen!

6. Im Advent geht es besonders um die verborgene Tür, die innerste, meine Herzenstür. Ist die offen? Wofür und wem öffne ich sie?
Was ist in mir bis heute fest unter Verschluss? Tut mir das gut?

7. „Komm, o mein Heiland Jesu Christ, meins Herzens Tür die offen ist.
Ach zieh mit deiner Gnaden eine, dein Freundlichkeit auch uns erschein.
Dein Heilger Geist uns führ und leit den Weg zur ewgen Seligkeit.
Dem Namen dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr“. (EG 1,5)

8. „Seht auf und erhebt eure Häupter, eure Erlösung ist nah!“ (Lk. 21,28).
Der Wochenspruch für die 2. Adventswoche. Ich lese das Wort in seinem Zusammenhang und lande mitten in der Realität unserer Welt.

9. Situationen, in denen einem der Kopf auf die Brust sinkt, kenne ich.
Aber auch die, die ich erhobenen Hauptes verlassen habe!

10. Wo begegnet mir in meiner Umgebung Resignation, Mutlosigkeit, Stillstand? Was könnte da helfen?

11. Mit dem Kopf auf der Brust sehe ich bestenfalls nur meinen nächsten Schritt. Erhobenen Hauptes geht der Blick in die Weite, und ich sehe den Horizont vor mir. Worauf gehe ich zu?

12. Meine Mut-Macher: …

13. ERLÖSUNG – ein großes Wort, über das ich nachdenken muss.
Erlösung – wo wünsche, wo erbitte ich sie hin – in der Welt, in unserem Land, in meiner Stadt/meinem Ort, in meinem Lebenskreis, … für mich …

14. „Ich lag in schweren Banden, du kommst und machst mich los;
Ich stand in Spott und Schanden, du kommst und machst mich groß
und hebst mich hoch zu Ehren und schenkst mir großes Gut,
das sich nicht lässt verzehren, wie irdisch Reichtum tut.“ (EG, 11,4)

15. „In der Wüste bereitet dem Herrn den Weg, macht in der Steppe eine ebene Bahn unserem Gott“. (Jes. 40,3) Der Wochenspruch zum 3. Advent.
Ich vertiefe mich in das Kapitel.

16. Symbole und Zeichen begleiten uns als Wegweiser im Advent. Vor allem das Licht. Die vier Kerzen am Adventskranz, überall Lichter in der Stadt und in den Wohnungen. „Ich bin das Licht der Welt“, sagt Jesus. Gott will mit seinem Kommen LICHT in unser Leben bringen. Wo brauche ich sein Licht?

17. Jesus sagt auch: „Ihr seid das Licht der Welt“! Ein Widerschein seines Lichtes soll ich sein? Wo kann ich sein Licht hintragen? Vielleicht mit einem Brief, einem Anruf, einem Besuch oder einfach nur durch ein freundliches Wort zu der gestressten Verkäuferin an der Supermarktkasse … 
Es ist besser ein Licht anzuzünden, als über die Dunkelheit zu klagen!

18. Auch der STERN begleitet uns auf dem Weg zur Krippe. Für die Weisen ist der Stern der Wegweiser zu dem neugeborenen König. Sie folgen ihm in die Fremde und finden ihn nicht im Zentrum von Herrschaft und Macht, sondern in Armut und Dürftigkeit. Wohin führt mich der Weihnachtsstern in diesem Jahr?

19. „Die Nacht ist vorgedrungen, der Tag ist nicht mehr fern.
So sei nun Lob gesungen dem hellen Morgenstern.
Auch wer zur Nacht geweinet, der stimme froh mit ein.
Der Morgenstern bescheinet auch deine Angst und Pein.“ ( EG 16,1)
Ich warte und singe mit Jochen Klepper, vielleicht ist da ja noch jemand, den/die ich zum Mitsingen einladen kann.

20. Es kann nicht Weihnachten werden ohne die ENGEL!
Zu Maria kommt der Engel, damit durch sie Gottes Kind zur Welt kommen kann, und den Hirten verkündet der Engel die Geburt des Heilands.
Und immer beginnt seine Botschaft so: „Fürchtet euch nicht!“
Also das Herz freimachen! Sorgen und Ängste loslassen, Platz machen für die Freude, die einziehen will.

21. Ein Gedicht von Rudolf Otto Wiemer bringt mich auf die Spur der Engel, die mir begegnet sind:
 „Es müssen nicht Männer mit Flügeln sein, die Engel.
Sie gehen leise, sie müssen nicht schrein,
oft sind sie alt und hässlich und klein, die Engel.
Sie haben kein Schwert, kein weißes Gewand, die Engel.
Vielleicht ist einer, der gibt dir die Hand,
oder er wohnt neben dir, Wand an Wand, der Engel.
Dem Hungernden hat er das Brot gebracht, der Engel.
Dem Kranken hat er das Bett gemacht,
und er hört, wenn du ihn rufst in der Nacht, der Engel.
Er steht im Weg und er sagt: Nein, der Engel,
groß wie ein Pfahl und hart wie ein Stein –
es müssen nicht Männer mit Flügeln sie, die Engel.“

22. Maria und Joseph sind in Bethlehem angekommen. Sie suchen eine Herberge, in der Marias Kind zur Welt kommen kann.
Ich denke an die vielen, die wie die beiden heute einen sicheren Ort für sich und ihre Kinder suchen. Ist da jemand, dem ich ein Zeichen des Willkommens geben kann?

23. Wir sind fast am Ziel. Der Tag vor Weihnachten ist voller Trubel. Vor allem in diesem Jahr, in dem der 4. Advent und Heiligabend auf einen Tag fallen. Drei Feiertage hintereinander! Da hat die Hausfrau viel zu tun, vor allem, wenn die Kinder noch klein oder die erwachsenen Kinder mit den Enkeln zu Besuch da sind. Trotz allem. Eine kleine Pause zum Atemholen muss drin sein zum DANKE sagen. Danke, Gott, dass du uns unser Leben so kostbar machst, indem du selbst Mensch wirst in diesem Kind, dessen Geburt wir feiern!

24. „Ich steh an deiner Krippen hier, o Jesus, du mein Leben;
Ich komme, bring und schenke dir, was du mir hast gegeben.
Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Mut,
nimm alles hin und lass dir`s wohlgefallen.

Ich sehe dich mit Freuden an und kann mich nicht satt sehen;
Und weil ich nun nichts weiter kann, bleib ich anbetend stehen.
O dass mein Sinn ein Abgrund wär und meine Seel ein weites Meer,
dass ich dich möchte fassen“. (EG 37,1+4)

Frohe Weihnachten und eingesegnetes Neues Jahr!

von Ulrike Börsch
Pfarrerin und Mitglied des Deutschen Evangelischen Frauenbundes

 

Hier können Sie sich den Adventskalender zum Ausdrucken herunterladen:

Zurück
Föhrenzweig mit Lich und Weihnachtsdekoration