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SPRUCH des MONATS Februar

|   Besinnung

Es ist das Wort ganz nahe bei dir, in deinem Munde und in deinem Herzen, dass du es tust.

 

5.Mose 30, V. 14

Ist es Ihnen auch schon so gegangen, dass Sie aus der Kirche kamen und sich fragten: „Was habe ich eigentlich mitgenommen?“ Ob es zu Weihnachten war, wo man sich ja ausdrücklich ein „gesegnetes“ Fest wünscht, oder an einem normalen Sonntag – es kommt mir alles so bekannt und gleichzeitig so fern vor, und kaum bin ich zu Hause, habe ich das meiste schon wieder vergessen.

In der Weihnachtszeit hat mich schon manchmal der Liedvers sehr getröstet: „Ihr dürft euch nicht bemühen noch sorgen Tag und Nacht, wie ihr ihn wollet ziehen mit eures Armes Macht. Er kommt, er kommt mit Willen, ist voller Lieb und Lust, all Angst und Not zu stillen, die ihm an euch bewusst.“ (EG 11,7).
Gott schickt uns sein Wort als Zeichen seiner Gegenwart von sich aus, wir müssen es nicht krampfhaft herbeiziehen wollen. Er verlangt nichts Unmögliches von uns, wie es die unserem Text vorangehenden Verse beschreiben. Wir müssen nicht unseren Alltag verlassen und Gott weit über der Erde oder in fernen Ländern suchen. Er hat mit uns einen Bund geschlossen. Dem Volk Israel hat er sein Gesetz gegeben, und sie preisen es als großes Geschenk, nicht lediglich als eine Forderung. Und für uns im „neuen Bund“ ist Jesus das Geschenk Gottes – das Wort, das Mensch wurde.

Trotzdem ist es oft schwer, davon etwas zu fühlen. Ist das Wort Gottes wirklich in meinem Munde und in meinem Herzen? Dass wir es nur im Munde führen, aber unser Herz fern davon ist, wie der Prophet Jeremia es seinen Zeitgenossen vorwirft (12,2), diese Gefahr ist wohl heute nicht mehr so groß. Kaum jemand macht noch „fromme Sprüche“, ich selbst jedenfalls spreche eher zu wenig als zu viel über meinen Glauben. Aber vielleicht kommt manchmal trotzdem aus meinem Munde etwas, „wovon das Herz überfließt“, auch wenn es nur alltägliche Worte sind – es können Worte sein, die eine liebevolle Zuwendung zu meinem Mitmenschen ausdrücken. 
 
Und damit bin ich schon beim „Tun“. Denn es heißt ja nicht „Das Wort ist nahe bei dir, dass du es fühlst“ oder „dass du es verstehst“, sondern „dass  du es tust“. „Wenn jemand dessen Willen tun will, wird er innewerden, ob diese Lehre von Gott ist“, sagt Jesus (Joh.7,17). Wir müssen nicht erst mit dem Nachdenken über Gott fertig sein oder alle unsere Glaubenszweifel überwunden haben, ehe wir mit dem Tun anfangen können. Mit der Zusage, dass Gottes Wort uns „ganz nahe“ ist, kann auch gemeint sein, dass wir vieles, was Gott uns gebietet, schon verinnerlicht haben und ganz von selbst versuchen, in seinem Sinne zu handeln. So kann auch unser Gewissen dieses „Wort in unserem Herzen“ sein.

Natürlich gibt es mit dem „Tun“ immer wieder Probleme – nicht nur durch unseren Egoismus oder unsere Trägheit, sondern auch durch Konfliktfälle, wo wir nicht wissen, was jetzt das Richtige ist. Aber weil Gott einen Bund mit uns geschlossen und durch das Geschenk seines Sohnes besiegelt hat, stehen wir nicht mehr unter dem Zwang, alles richtig machen zu müssen. Er ist uns „ganz nahe“ mit seiner verzeihenden Liebe, die jeden Tag neu ist.
(Doris Schäfer)

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