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SPRUCH des Monats Februar

|   Besinnung

Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als erstes: Friede diesem Haus!

Lk 10,5 (E)

 

Im Lukas-Evangelium heißt es, Jesus hätte 72 Jünger in Paaren zu zweien in alle Städte und Dörfer vorausgeschickt, um seinen eigenen Besuch anzukündigen. Sie sollten zum Zeichen ihres Gottvertrauens keine Vorräte, kein Geld, ja sogar nicht einmal Schuhe mitnehmen und nur von dem leben, was ihnen die Menschen freiwillig geben.

Die Bettelmönche des Mittelalters haben versucht, so zu leben, und buddhistische Mönche tun das heute noch.

Die Gegenleistung für die freundliche Unterstützung ist: Frieden. Und sicher auch die Botschaft von Jesus, dass die neue Welt Gottes kommt und wir zu Gott Vater sagen dürfen.

Am Ende des Berichtes steht, die 72 Jünger (ob da wohl auch Jüngerinnen dabei waren?) wären nicht ausgehungert und mit wunden Füßen, sondern voll Freude zurückgekehrt. Offensichtlich hatten die Besuche Erfolg gehabt, für die Besuchten und auch die Besucher.

Erleben Sie das auch heute noch so?

Mir ist das so gegangen, wenn ich mir die Gäste vergegenwärtige, die im Laufe meines langen Lebens durch unser Haus gelaufen sind. Meistens hatten sie irgendwelche Probleme und suchten Rat oder Hilfe bei mir oder meinem „Pfarrersmann“. Haben sie uns Frieden gebracht?

Meistens liefen danach die Telefone heiß. Es wurden Kontakte, Hilfen oder Begleitung mobilisiert. Der Friede oder die Befriedigung über eine geglückte Hilfe stellte sich häufig erst später ein.

Und dann waren noch die Besuche von lieben Freunden, Verwandten und Bekannten, die gut vorbereitet werden mussten. Dabei hat dann die Hausfrau des Öfteren die ganze Familie herumgescheucht und zum Aufräumen oder Kochen

verdonnert. Da war von Frieden im Haus zunächst auch noch nichts zu spüren. Der Friede stellte sich erst dann ein, wenn die Gäste zufrieden waren, es anregende Gespräche gab und das Essen geschmeckt hatte. Dann genossen wir alle die Ruhe und die angenehme Gesellschaft der Gäste. Es war Frieden im Haus.

Oder wenn ich mich als Kind mit meiner Schwester gerauft und gestritten habe,

hat plötzlich eine von uns laut gerufen: Friede ! und wir stoppten unsere Fehde

und fingen an zu lachen.

Wir genießen seit über 70 Jahren Frieden in unserem „Haus Deutschland“. Aber seit Kurzem hat dieser Friede Risse bekommen. Die vielen Gäste, die im letzten Jahr auf der Flucht vor Gewalt oder Armut zu uns gekommen sind, machen manchen Leuten bei uns Angst. Sie fürchten sich vor der „Islamisierung des Abendlandes“ und wissen nicht, dass „Islam“ von „Salaam“ oder auch „Schalom“

kommt: Friede.

Und bei einigen schlägt diese Angst in Hass um und sie greifen ausländisch aussehende Menschen und Flüchtlingsunterkünfte gewaltsam an. Genauso wie Irregeleitete im Namen des „Islam“ töten und versklaven.

Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als erstes: Friede diesem Haus !

So grüßt man in den arabischen Ländern heute noch, und man grüßt Salaam aleikum - Friede mit Dir! Sollten wir dieses Wort nicht auch unseren Neuankömmlingen als Willkommen und als Mahnung zurufen?

Im Lukas-Evangelium heißt es weiter: Und wenn dort ein Mann des Friedens wohnt, wird der Friede, den ihr ihm wünscht, auf ihm ruhen; andernfalls wird er zu euch zurückkehren.

Rosmarie Koch,
Fürth

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Quelle: Chris_Klein_pixelio.de