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Klimawandel – Ermutigende Beispiele nachhaltigen Handelns

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Klimawandel, dieses „Schreckenswort“ begleitet uns nun schon einige Jahrzehnte. Der hohe CO2-Ausstoß, die „böse“ Industrie, die Landwirtschaft mit ihren Düngemethoden und widerkäuenden Rindern, die vielen lauf-unfreudigen Menschen, die auch kurze Wege im Auto überwinden, die kilometerlangen LKW-Schlangen auf allen Autobahnen – warum schaffen es nur andere Länder, diese auf die Schiene zu bringen? Die Alarmglocken schlagen heftiger denn je.

Die ersten Inseln sind nicht mehr bewohnbar, der Meeresspiegel steigt, Unwetter, Trockenheit und Miss-ernten nehmen zu. Wohin soll das führen? Welches Erbe hinterlassen wir unseren jungen Mitmenschen?

Positive Beispiele, die im Klimawandel bestehen können, gilt es zu finden. Beginnen möchte ich mit einem Zeitungsbericht „Rettich für den Wurm“. Es ging um Zwischenfrüchte, die eine gute Bodenstruktur entstehen lassen. Ein junger Bauer pflügt bereits seit 2000 seine Äcker nicht mehr um. Mit besonderen Zwischenfrüchten, wie Ölrettich, Senf, Knöterich, Buchweizen, Phacelia, der Bienenweide, Koriander oder der klassischen Sonnenblume, schafft er es, Pflanzen anzuregen, viel Humus zu bilden, Gülle gut zu verwerten, Unkraut zu unterdrücken und auch überirdisch den Insekten einen gedeckten Tisch zu servieren. Selbst bei Äckern mit Neigung klappt das gut. So hatte ein anderer Bauer seine Bestätigung, als bei einem Starkregen sein Acker alles gut „bei sich behielt“. Vom Nachbaracker, der wie meist üblich umgepflügt wurde, mussten mehrere Kipper mit ausgeschwemmter Erde weggefahren werden. Erosion muss also nicht sein.

Die Landwirtschaft muss sich bewegen. Die altherkömmliche Felderwirtschaft wird den Klimawandel nicht überstehen. Viele junge Bauern sind bereits auf Nischensuche. So wird im südlichen Landkreis Roth seit einigen Jahren mit Erfolg Soja angebaut. Ein anderes Erfolgsrezept ist der Ölkürbis, der im Sommer auf vielen Feldern leuchtet. Die Kürbiskerne werden noch auf dem Feld aus dem Kürbis genommen, das Kürbisfleisch wird dem Acker als Düngung sofort zurückgegeben. Arbeitsaufwand und Einsatz von Wasser sind sehr gering. Die Landwirtschaft braucht Pflanzen, die extreme Schwankungen aushalten. Trockenheit und Starkregen, längere Vegetationszeiten bei wärmeren Temperaturen bringen Veränderung bei der Wahl der Ackerfrüchte.

Nachdenken über den Klimawandel führt immer zum Punkt Wasser. Die Gletscher schmelzen rasant. Schnee ist rar. Wie soll der massive Wasserverbrauch gedeckt werden? Wird es unserer Generation noch leidtun, dass für die Klospülung Trinkwasser verwendet wurde? Wasser sparen ist im häuslichen Umfeld eine überschaubare Möglichkeit. Anders ist es bei der industriellen Fertigung. Da braucht es oft viel Information, die nicht immer gerne geben wird, welche Unmengen von Wasser bei der Herstellung verbraucht und zu extrem belastetem Abwasser umgewandelt werden.

Späte Fröste wie in diesem Jahr vernichten eine ganze Ernte – hier bei uns. Regional und saisonal gedacht bedeutet dies weniger und teureres Obst und Gemüse aus dem Umland. Vor kurzem habe ich per Internet von einem sicheren Anbieter ein Angebot über eine Zuckerwurzel bekommen. Winterhart, leicht zu kultivieren, ohne große Ansprüche -  trotz meiner fleißigen und hungrigen Wühlmäuse habe ich bestellt. Nebenbei zur Selbstversorgung habe ich zum ersten Mal Süßkartoffeln geerntet. Ein Weg im Klimawandel, wenn auch etwas mühsam als Vollzeittätige Frau. Ich könnte derzeit nicht mal mich ernähren, geschweige eine ganze Familie. Es ist hier so viel Wissen zu Anbau, Veredelung, Aussaat aus dem vorjährigen Pflanzgut, auch Schädlingsbekämpfung verloren gegangen.

Überall wandelt sich das Bewusstsein. Vermehrt werden Fassaden begrünt, und die Städte weisen in Regionalplänen Grünzüge aus, die nicht bebaut werden dürfen und für frische Luft sorgen sollen. Die Bahntrassen werden mit eingeplant. Um ca. 10 Grad ist es in den Städten schon wärmer als auf dem Lande.

Ich will nicht glauben, dass „billig, billig“ unsere Zukunft ist. Wir als bewusste Verbraucherinnen haben Macht! Macht, die wir ausspielen sollten. Menschen in England haben laut einer Reportage das In-Lokal „Starbuck‘s“ gezwungen, freiwillig Steuern zu zahlen, indem sie das Lokal einfach mieden und vor der Tür die Steuerpraktiken der Kette anprangerten. Warum schaffen wir hier in Deutschland dies nicht? Was könnte mit diesen Milliarden für die Umwelt getan werden! Offensichtlich geht es nur über öffentlichen Druck. Früher war Deutschland mal Vorreiter in Sachen Umwelt – wo ist Deutschland heute? Hat die „große“ Industrie mit ihren Aktionären und Gewinnorientierung alles „im Griff“? Schimpfen wir nicht auf die Industrie, Handel und Verkehr - zeigen wir als Verbraucherinnen und Verbraucher, wohin wir gerne gehen mit unserem Konsum! Eine tolle Möglichkeit… Auch wenn es oft mühsam ist, Schritt für Schritt. Der Weg ist das Ziel!  

Hannelore Täufer, AEH-Förderkreis
Arbeitskreis Gesellschaftspolitik

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Eisberg
Quelle: Gabi Huckelmann/pixelio.de